Schriften Fallen
Diskussion über die Seite
"3SchriftenFallen3?"
Isaias 13.06.2015 07:38 Uhr:
Ich habe Irmgard Fennes um eine Stellungnahme gebeten.
Irmgard? 08.11.2015 22:04:
Lieber Isaias,
Hab mich nun endlich erinnert und Zeit gefunden, deine Analyse meines Artikels aus Gendersicht zu lesen. Ja, das ist interessant, was du erforscht hast, und gibt mir jedenfalls zu denken. Ich hab das, wie du richtigerweise sagst, zwar angekündigt, es aber am Ende nicht abgezählt. Ich habs sozusagen „über den Daumen gepeilt“ - und da kommt dann wohl das früher Gelernte, tiefer Sitzende durch. Also der „Zufall“ ist auch bei mir noch immer eher männlich……
Man muss das eben doch anders lösen! Wie ist die Version, die du vorschlägst?
Liebe Grüße
Irmgard
Isaias 09.11.2015 14:59 Uhr:
Du fragst nach meiner Lösung.
Mein erster Gedanke ist der, dass dies eine politische Frage ist, die sich in der Sprache und durch die Sprache ausdrückt. Daher orientiere ich mich auch nach einer politischen Lösung und halte wissenschaftliche und speziell auch linguistische Argumente für fehl am Platz.
Lange Jahre habe ich einfach das Femininum verwendet. Das war provokant und hat immer wieder zu Ausdruck des Unbehagens geführt, wie "warum schließen Sie die Männer aus?". Wann das gekommen ist, hatte ich das Gefühl, ich habe mein Ziel erreicht: die Sprache wurde thematisiert und die Dominanz der Männer angesprochen. Es ist grammatikalisch und stilistisch sehr einfach, für mich eigentlich ein Columbus Ei.
Aber dann kann mein Bewusstsein über Transgender und Intersex. Da wurde mir wichtig, diese Personen nicht in meiner Sprache zu verleugnen - oder gar in die Geschlechterdicothomie einzuzwingen - und daher verwende ich nun die Geschlechter-Lücke-Lösung ( Gender Gap (Wikipedia)). Sie ist in der Szene gut etabliert, und ich mag das Paradoxon, dass die Leerstelle auf Vorhandenes hinweist. Aber ein Columbus Ei ist sie noch nicht...