"Leben dürfen - Leben wollen" (M)ein Krebs-Weg
Vortrag zur Campus Eröffnung am 19.6.2015
Dr. Beatrix Teichmann-Wirth
Der vorliegende Text wurde von mir zur Eröffnung des Campus beigetragen, die kursiv gesetzten Teile wurden von mir gelesen, der Rest frei gesprochen. Die Resonanz der Teilnehmer_innen waren zahlreich, berührend und bereichernd. Danke.
Beginn:
Es ist vielleicht das größte Geschenk meiner 1. Krebsdiagnose - mit einer inneren Weisheit im Kontakt gekommen zu sein, ihr zu vertrauen und sie in ihrer Heilwirkung zu erfahren. Das verlangt uns auch immer wieder etwas ab, sich wirklich auf das Leben einzulassen, Wohlgeplantes, Ausgearbeitetes, auch Gewolltes, Ausgedachtes einfach sein zu lassen.
Jetzt als ich mich auf den Vortrag vorbereitete, war sie wieder da, diese Stimme - deutlich vernehmbar - zunächst im Nein, im Nein zu all den Unternehmungen, die ich vorhatte, im braven mich vorbereiten, wie ich es schon so oft getan habe, Schritt für Schritt in der immer gleichen Vorgehensweise.
So nahm ich viele, viele Unterlagen mit, in meine kleines Donauhäuschen. Und wieder wurde nichts draus. Ich verbrachte den Tag putzend, lesen, liegend, schwimmend.
Dann des Abends wusste ich, wusste mein Organismus, dass ich hier zu bleiben hatte in diesem stillen Raum, nicht nach Wien fahren, und wie von selbst griff ich zu den Unterlagen, und da fiel er mir in die Hände - ein Text, den ich vor Jahren verfasste mit dem Titel "Leben dürfen - leben wollen".
Diesen Text, der nach wie vor von uneingeschränkter Gültigkeit für mich ist, wollte ich Euch vorlesen. Und danach - wenn es passt, das weiß man ja nie - will ich Euch erzählen, worüber ich eigentlich sprechen wollte und auch will nämlich über die für mich zur Zeit wesentlichsten Aspekte : Die Krankheit hinter der Krankheit, die Gesundheit hinter der Symptomfreiheit und schließlich die Bedingungen dafür. Das Thema Krebs hat meiner Erfahrung nach ein starkes Triggerpotential. Ich möchte Euch daher einladen, Eure Resonanz, Eure Antworten zu dem von mir Gesagten wahrzunehmen und sie vielleicht auch zu teilen. Noch zwei Dinge sind mir wichtig zu sagen: Jeder Krebs ist anders, weil jeder Mensch anders ist. Und jeder Krebs-Weg ist anders. Und - jeder Weg ist richtig.
Leben Dürfen - Leben Wollen
Leben dürfen impliziert für mich, dass es hinter dem Dürfen etwas gibt, was nicht leben darf. Ja da darf etwas nicht leben, und wie mein lieber Wilhelm Reich sagt, da darf etwas ganz Basales nicht leben, da darf sich etwas im menschlichen Leben nicht ausdehnen, nur Rückzug und Kontraktion, die Emotionen im Keim ersticken, stumm werden, bis in die Essenz hinein, sodass das Nicht-Ausgedrückte bald den Lebenskeim trifft und das Plasma angreift, die Basis ...
Bei all meinem Nicht-Wissen weiß ich, dass diese Basis des Leben-Dürfens, per se, ich hier in dieser Welt, als Menschwesen bei mir nur dünn war und vielleicht noch immer ist, unverdientes Sein, pure Existenz, was ist das?
Bald machte ich mich auf, mir diese Berechtigung zu erwerben, sie abzusichern durch Leistung, durch Klugheit und Schein, erkannte, dass dies begrüßt wird, und so wurde sie größer und größer die Kluft zwischen Selbstkonzept und organismischer Erfahrung.
Nicht Leben-Wollen zur Folge.
Denn Leben bedeutet in diesem Sinne zuallererst Anstrengung, den Ansprüchen zu gehorchen, leise sein, sauber sein, nicht zornig sein, nicht aufbegehren, nicht Nein sagen....Der Körper zur Ausdruckslosigkeit verdammt wird zum Gefängnis. Und wurde so zum Ort des Schmerzes. Nicht leben wollen, nicht da sein wollen, an einem Ort der eng ist und schwer.
Wegwollen.
Wegwollen auch von einem Ort, wo Terror durch meinen kriegstraumatisierten Vater beherrschend war und Angst. Und so zog ich schon früh meine Runden im 10. Bezirk, immer im Dialog mit Gott, dem fernen Nahen. Das war Heilsein. Weg von hier. In stundenlanger Lektüre vertieft, in Phantasien über ein tänzerisches Sein schwelgend. Traumatisierte Menschen halten sich gerne in anderen Welten auf.
Die Verzweiflung ist ganz stumm, sagt Le Shan in seinem wunderbaren Buch "Diagnose Krebs. Wendepunkt und Neubeginn". Und so war auch meine erste Krebsdiagnose ein Wendepunkt und auch Neubeginn.
Zuallererst Befreiung.
Die Welt rückte ab, ich wurde zu ihrem/meinem Mittelpunkt.
Leben -Dürfen.
Der Satz "Ich muss mich bis in jede Zelle lieben", gedacht einen Tag nach der Diagnose in Wels auf dem Weg zu einem Seminar wurde Leitlinie - zunächst und immer wieder nur Leitlinie, nicht mehr.
Erfahren erst dann während der Ayurveda Kur in Sri Lanka, wo ich erstmals erfuhr, was es heißt, eine gute, wohlige Behausung im Körper zu haben, in dem es sich behaglich leben lässt.
Und noch ein Satz: "Wohlgefühl ist Schönheit". Meinen weiblichen Körper annehmen in seiner Gestalt, ihn berühren wollen und erfühlen...Nicht mehr weg sein wollen.
Da sein dürfen und wollen.
Dasein erleben.
Da Sein.
Vieles kam zu mir durch diesen ersten Krebs: Ein nie zuvor gefühltes Wohlgefühl in meinem Körper, zu erleben, wie es ist, wenn an die Stelle der Verneinung, des Lebenshasses die Bejahung, das Leben - Wollen - in Unmittelbarkeit tritt.
Die Bestätigung meiner organismischen Weisheit - zu wissen, welche Behandlung richtig und gut ist, weil sie von meiner Seele bejaht wird, das Erleben von Stille und Meditation, welche auch in ganz alltäglichen Situationen spürbar war, die Öffnung für den Himmel und das Himmlische mit einem Gefühl von Demut und Dankbarkeit, schließlich eine Öffnung für die Schönheit dieser Welt. diese Welt hier wurde ein Lebens-Ort, das Leben begrüßt, das Leben gewollt. Das war nach der 1. Diagnose
Langsam schlich es sich wieder ein, das Tun und Leisten, das Abstandnehmen vom unmittelbaren Sein, nicht mehr so stark wie zuvor und nun mit dem wissen, wie es sein kann, wenn man wirklich lebt, wenn man pulsiert, Expansion - Kontraktion, Ausdehnen - Zusammenziehen.
Dann die zweite Diagnose.
Habe mich erneut eingefunden in einem von Tun bestimmten Leben, weniger Selbsthass zwar und angetrieben sein, aber die Bäume sprachen nicht mehr zu mir...Schicksalshaft veranlasste die Diagnose eine Operation, kein Angehoben sein in meinem Bewusstsein diesmal, leichte Angst und Zweifel, ob es wohl die richtige Entscheidung war. Wieder Krebs und ein aus den Angeln-gehobensein durch die Operation. Kein Stille in der Meditation mehr, Gedankenrasen und Unrast. Jetzt nur noch die Bestrahlung, will ich doch keine erneute Operation riskieren - eine Bestrahlung versiegelt die Brust, wo nichts Lebendiges mehr ist kann sich kein Krebs entfalten, Krebs und das Lebendige stehen offenbar nah beieinander. Ich weiß wie es geht und habe das oftmals anderen mitgeteilt - die Bestrahlung verlangt, will man Nebenwirkungen vermeiden eine volle Präsenz, sich hinlegen, Hände über den Kopf, "eingerichtet", dann der scharfe Ton, alle verlassen den von Strahlen belasteten Raum, Alleinsein, ausgesetzt und volle Präsenz, anwesend, ausgerichtet, den Strahlen den Weg weisen. Nebenwirkungen sind bloß eine Folge der ungenügenden Einstellung ...dachte ich. Und dann war alles anders. Nach drei Tagen, Erschöpfung, starke Schmerzen in der Brust, Verseuchung, Schwäche, wo ich doch alles richtig gemacht habe.
Krebs lässt uns Erfahrungen machen. Beim ersten Mal die Erfahrung meiner viel bewunderten Über-Menschlichkeit, "auch so kann man mit Krebs leben", nun die Erfahrung meiner Menschlichkeit, meiner Verletzlichkeit im Leiblichen. Nein ich habe nicht auf alles Einfluss. Bedingungslose Hingabe war verlangt. Hingabe an meine Schwäche, die mich, welche auch während der Bestrahlung mein Lauf-Training fortsetzen wollte, nicht auch nur eine einzige der notwendigen Stationen auf dem Weg zur Bestrahlung gehen ließ.
Da saß ich dann im Kaiser Franz Josefspital, auf der Abteilung für Radioonkologie, kurz IRO genannt unter meinesgleichen, Menschen verschiedenen Alters und Geschlechts doch vereint in der Diagnose Krebs. Erstaunlich, wie sehr diese Diagnose mich schwesterlich verbinden lässt. Verwandtschaft, welche eine unmittelbare Vertrautheit schafft, an der selben Erfahrung teilhaben.
Da saß ich also wieder und diesmal nicht abgehoben in meinem Besser-Wissen, sondern erschöpft von der Fahrt und der Prozedur, einfach sitzen, eine krebskranke Frau unter krebskranken Menschen. Dasein.
Und hier, wo man es vorzieht, die Menschen ohne Titel aufzurufen, wo auch ich keine Frau Doktor mehr war, hier fand Begegnung statt, ich fühlte mich in meiner Mitmenschlichkeit berührt und wurde selbst als Mensch berührt.
So war auch das ein Betrag zum Sterben meiner Identität in dieser Zeit. Es erstarb mein Selbstgefühl der Tüchtigkeit, der Groß-Artigkeit, es erstarb mein Selbstbild der Bewegungsfreudigen, der Disziplinierten, welche sich einer bestimmten Ernährungsdisziplin unterordnet, Croissants am Heimweg gegessen waren nicht selten. Schale um Schale löste sich, nicht weil ich es bewusst so gewollt hätte, es fand statt und mein Beitrag reduzierte sich zunehmend auf meine Stellungnahme dazu.
Der Titel eines schon vor geraumer Zeit ausgeschriebenen Seminars: "Die Tatsachen sind freundlich" wurde zur grotesken Herausforderung. All diese Tatsachen meiner Gebrechlichkeit, Erschöpfung, Unfähigkeit, Schmerzen und Instabilität wollten bejaht werden. Und sie, die ein Lebtag unbeachtet bleiben und geschmäht wurden, durften leben, weil sie unüberspürbar lebten.
Ja so war es.
Ich musste diese Tatsachen leben.
Ich durfte sie leben.
Letztendlich nach dem Akt der Bejahung wollte ich sie leben.
Noch ist mir in Erinnerung, wie ich in einem Anflug an Kraft gleichzeitig ein Bedauern wahrnahm. Möchte nicht mehr vom Boden weg, aus mir heraus in die Über-Heblichkeit.
Die Aktualisierungstendenz sagt man im personenzentrierten Ansatz lässt uns in eine Richtung entwickeln, welche differenzierter und weiter ist. Ich meine, dass es nichts außerhalb von ihr gibt.
Krebs sei Dank hab ich einmal einen Beitrag geschrieben, darüber wie viel Positives mit der Erkrankung zu mir gekommen ist, dann und immer wieder Krebs sei Dank. Er erlaubte mir, mich in meiner Menschlichkeit zu erleben, in meinen ganz basalen Bedürfnissen, und er ermöglicht mir zu erfahren, dass ich geliebt werde, als dieses Menschenwesen, das ich bin.
Das Leben dürfen all dieser Facetten meines Seins wurde zu einem Leben-Wollen.
Die Krebserkrankung ist in diesem Prozess zu einer wesentlichen Lehrerin geworden, einer beständigen Mahnung, wenn das Lebenslicht sich durch ein Zuviel an Müssen und Sollen erneut verdunkelt. Dafür bin ich dankbar.
Essenz:
Ich gewinne immer mehr grundsätzliche Einsichten, und das sind Einsichten aus meinem Inneren - Zellwissen sozusagen -, was es so ganz essentiell mit dem Krebs auf sich hat. Und dann bin ich immer äußerst glücklich, wenn ich diese Einsichten bestätigt finde in Bücher wie das von Dispenza "Du bist da Placebo" über den immensen Einfluss, den unser Geist auf den Körper hat, oder die Bücher von Irmey einem Onkologen und Leiter der Gesellschaft der biologischen Krebsabwehr, oder Weber, der in seinem Buch "Hoffnung bei Krebs" einen wahrhaft psychosomatischen Ansatz vertritt und über den Prozess des Alleingelassen seins und des Krebsgeschehens schreibt. Und natürlich die vielen Berichte meiner Krebsgeschwister darüber, wie sie die Gelegenheit wahrnahmen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und mutig Veränderungsschritte in die Wege zu leiten.
Drei Aspekte sind mir in letzter Zeit besonders wesentlich und darüber möchte ich sprechen:
1) die Krankheit hinter der Krankheit
2) die Gesundheit hinter der Symptomfreiheit
3) die Bedingungen dafür.
1) Die Krankheit hinter der Krankheit
Für mich ist Krebs - mein Krebs - nicht die Krankheit, die eigentliche Krankheit hat viel früher begonnen - da ist, und ich traue mich das ganz allgemein zu sagen, etwas im Leben aus der Ordnung gefallen, ich bin aus einer übergeordneten Ordnung gefallen. Phänomenologisch ist das auch bei der Krebszelle der Fall, sie entwickelt eine Eigengesetzlichkeit, ist aus dem Gesamten gefallen und wächst unverbunden vor sich hin. Dieses aus der Ordnung fallen hat mit gesellschaftlichen Normen und Werten zu tun, mit einer Leistungsdominanz, mit der nicht Würdigung von Leben und Lebensprozessen an sich. Hier ist mir sowohl Wilhelm Reich als auch Carl Rogers nahe, Reich in seinem gesellschaftspolitischen Ansatz der Panzerung und Rogers mit seinem Krankheitskonzept der Inkongruenz.
Zur Krankheit hinter der Krankheit gehört für mich aber auch und ganz wesentlich der Krebs-Geist, dieser nahezu alles beherrschende Krebs-Geist verknüpft den Krebs nahe mit dem Tod, ohne Ausweg, der Krebs ist feste Materie, unwandelbar, er lauert aus dem Hinterhalt wie ein Sniper, dem wir unbarmherzig ausgeliefert sind, der ungebremst wuchert, wenn er einmal da ist und sein Zerstörungswerk unbarmherzig verrichtet. Der Krebs wird personalisiert, dämonisiert, zum tödlichen Feind erklärt, dem wir mehr oder weniger total ausgeliefert sind. Das ist die alles beherrschende Meinung. Und das ist sehr ungesund. Davon bin ich überzeugt.
Und diesem Feind treten wir mit ebenso vehementen Mitteln entgegen, wir bekämpfen ihn, wehren ihn ab, blind, ohne Kontakt und vor allem schnell.
So gilt es als richtig, effektiv und einzige Möglichkeit.
Und ich bin gewiss, dass das so nur eingeschränkt nachhaltig funktionieren kann. Dass es vielmehr gilt ihn anzu-nehmen als einen Teil von mir, zu verstehen, dass er mit mir zu tun hat, nicht Außen ist, sich zuzuwenden, ihm Gehör zu schenken, ihn anzufragen, warum er da ist, und was es braucht, dass sich die Zellen wieder ins Ganze des Organismus eingliedern können. In diesem Sinne ist der Krebs - für mich ganz und gar nicht bösartig, er dient dem - Aktualisierungstendenz sei Dank - dem Guten - Besseren.
Darüber hinaus sollten wir hellhörig sein für die Beschränkungen in unserem Denken darüber, was alles im Leben möglich ist - ja es gibt Heilungen, wo der Körper von Metastasen übersät ist, und alles verloren scheint. Hier sind Bücher wie die von Dispenza sehr wertvoll, die die ungeheure Macht unseres Geistes über die Materie anhand von vielzähligen Untersuchungen eindrucksvoll dokumentiert. Die von einer Krebs-Diagnose betroffenen Menschen wollen in ihrer Zuversicht, Vertrauen und in ihrer Selbstbestimmung bestärkt werden. Das ist heilsam.
Das schnelle Bekämpfen mit Gift und Schwertern kann zwar einen wesentlichen Beitrag liefern, um einen Freiraum zu schaffen, den Krebs eine Zeitlang zurück zu drängen, vor allem, wenn diese schulmedizinischen Methoden von unserer Seele begrüßt werden, und wenn wir sie mit tragen, weil sie dann, wie man weiß, wirkungsvoller sind. Darüber hinaus gilt es mich zu fragen, was die Aufgabe meines Krebses war, was in Unordnung geraten ist, wo etwas wild wuchert, wo sich ein Nein zum Leben entwickelt hat, und letztlich was gelebt werden will von mir.
Und da sind wir gleich beim 2. Aspekt , den ich heute ansprechen wollte, die Gesundheit hinter der Symptomfreiheit, und die lässt sich ganz basal und einfach so beschreiben, wie das mein verehrter Lehrer, Carl Rogers, der Begründer der Personzentrierten Psychotherapie so einfach in den Begriff der organismischen Bewertung gebracht hat. Gesundheit ist in diesem und in meinem Verständnis dann gegeben, wenn der Organismus die Führung übernimmt im Leben, und nicht die Konzepte und Bewertungsbedingungen, wie ein wertvolles Leben auszusehen hat. - siehe dazu auch meinen Text Leben dürfen - Leben wollen.
Dass ich nicht dem Leistungsdiktat gehorche, sondern vielmehr den Gesetzen des Lebens. Dass ich das Verbunden sein im alltäglichen Leben pflege, in der Achtsamkeit für meinen Körper, seinen Rhythmen und Zyklen der Ausdehnung und des Rückzugs. Achtsam zu sein, wann ich Ruhe, Einkehr, Rückzug brauche, wann es mich zum Rausgehen, mich ausdrücken drängt, ganz einfach mich hinzulegen, wann ich müde bin, zu essen, wenn ich hungrig bin, mich zu bewegen, wenn ich einen Impuls verspüre. etwas zu gebären, wenn es Zeit für eine schöpferische Tat ist.
3) Die Bedingungen
Auf einer gemeinschaftlichen Ebene geht es darum, uns um eine Bewusstheit und Überprüfung unserer Werte zu bemühen, dass z.B. das Erbringen von Leistung ein wesentliches Anerkennungsmerkmal für Menschen ist, dass es gewürdigt wird, wenn man tapfer ist, gefasst, bereit, sich über alle psychischen und physischen Grenzen hinweg einzusetzen, zu verbrennen, sich aufzuopfern und auszubeuten für andere oder um einer Sache willen.
Dass wir Begegnungen pflegen, wo wie Dispenza meint, höhere Emotionen gefördert werden, als diese sind: Dankbarkeit, Staunen, Ehrfurcht, Mitgefühl, Freude, Inspiration, Begeisterung, Wertschätzung und Selbstbestimmtheit und vor allem Vertrauen - ganz wichtig, Vertrauen in das Leben. Und dass wir uns mit Menschen umgeben, die uns anheben in unserem Verständnis von uns Selbst und in deren Zusammensein wir uns in unserem Besten und Höchsten wahrnehmen können.
Letztlich geht es um dieses unser Geburtsrecht, uns in unserem Angelegt sein zu verwirklichen, in dem wozu wir hier auf die Welt gekommen sind, voller Vertrauen, dass genau das gebraucht und willkommen geheißen wird, an-genommen.
Dass es dieser je eigenen Tönung nicht hinzuzufügen gibt, schon gar nicht wegzunehmen, weil es immer schon vollkommen ist.
Und dass dies Seelen-Räume braucht, wo wir einander begrüßen und erkennen wollen.
Räume zu schaffen, wo diese An-Erkennung ausgedrückt werden kann. Also einen Teppich an Wertschätzung zu weben.
Dies alles verhindert vielleicht nicht, dass eine Krebserkrankung den Einzelnen trifft, es bereitet jedoch einen prophylaktischen Menschheits-Boden, wo meine Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft nicht über meine Angepasstheit an äußere und dann verinnerlichte Normen gesichert ist, sondern weil ich gewiss sein kann, dass ich durch meine je eigene Wesens-Tönung eine bereichernde Note in der Melodie des Ganzen bin.